»Die Kriegsgefahr im Nahen und Mittleren Osten ist in den vergangenen Wochen dramatisch gewachsen. Vier Faktoren, die jeder für sich schon destabilisierend sind, verstärken sich dabei: Resignation, das Fehlverhalten lokaler Regierungen, ein regionales Machtvakuum sowie das Fehlen externer Vermittlung«, schrieb Volker Perthes, Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin (SWP), am 5. Juli 2010 in der Süddeutschen Zeitung (nachfolgend abgekürzt: SZ).

MOSKAU, 26. August (RIA Novosti). Teheran hat Moskau vorgeschlagen, ein Konsortium zu gründen, um das kürzlich eingeweihte Atomkraftwerk Bushehr, aber auch weitere geplante AKWs im Iran mit Kernbrennstäben zu versorgen.

Kernbrennstäbe sollen sowohl in Russland als auch im Iran mit russischem Know-how gefertigt werden, erklärte Ali Akbar Salehi, Chef der iranischen Atomenergiebehörde, am Donnerstag. Trotz seiner Uran-Anreicherungspläne verfolge der Iran nicht das Ziel, seinen künftigen Bedarf an Kernbrennstoff lediglich aus einheimischer Produktion zu decken, zitierte die Agentur Irna.

Russland will das Nukleartest-Moratorium einhalten, wenn die anderen Atommächte dem folgen werden. Das erklärte Russlands Botschafter Michail Botscharnikow am Donnerstag auf der internationalen Atomabrüstungskonferenz in Astana.

Alle Staaten der Welt müssen nach Russlands Überzeugung den Vertrag über das umfassende Atomtestverbot einhalten, so der Botschafter. Moskau setzt sich für ein möglichst baldiges Inkrafttreten dieses Dokuments ein. In diesem Zusammenhang rief der Botschafter im Namen der Russischen Föderation erneut alle Staaten auf, das Dokument möglichst bald zu unterzeichnen bzw. zu ratifizieren. In erster Linie gelte das für die Atommächte.

TEL AVIV, 26. August (RIA Novosti). Auf die Gefahr, die der Iran für Israel und die ganze Welt darstellt, hat Israels Präsident Shimon Peres am Mittwoch bei seinem Treffen mit dem Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO, Yukio Amano, verwiesen.

»Israel und der Rest der Welt sind vom Iran gefährdet, der unbeirrt mit einem Kernwaffeneinsatz droht«, sagte Peres. »Das Atomprogramm eines Landes darf nicht getrennt von der Natur des herrschenden Regimes betrachtet werden«

Während der französische Präsident Nicolas Sarkozy die Einweihung des von russischen Fachkräften gebauten iranischen Atomkraftwerks Bushehr begrüßt, kündigt Teheran eine aktivere Uran-Erkundung an.

»Frankreich unterstützt die Atomenergiewirtschaft, wenn alle internationalen Normen eingehalten werden. Deshalb begrüßt Frankreich den Start des AKW Bushehr, das mit russischem Kernbrennstoff beliefert werden soll«, sagte Sarkozy am Mittwochabend auf einer Konferenz in Paris. Die am Samstag eingeweihte Anlage in Bushehr wird jetzt mit Kernbrennstäben bestückt und soll bis Jahresende ans Netz gehen.

Der Iran hat eine neue Kurzstreckenrakete vom Typ Fateh-110 erfolgreich getestet. Das teilt die iranische Nachrichtenagentur ISNA am Mittwoch unter Berufung auf den Verteidigungsminister Ahmad Vahidi mit.

»Die 3. Generation der Fateh-110-Rakete, die von versierten iranischen Fachleuten entwickelt und gebaut wurde, hat keine Analoga in der Welt«, sagte General Vahidi. Insbesondere lobte er die erhöhte Präzision der Rakete.

MOSKAU, 24. August (RIA Novosti). Die Inbetriebnahme des ersten Atomkraftwerks im Iran habe die Aufrechterhaltung des Atomwaffensperrvertrags ermöglicht, sagte der russische Iran-Experte Radschab Safarow am vergangenen Montag auf einer Pressekonferenz.

Im Iran ist am vergangenen Samstag der erste Reaktor des AKW Bushehr in Betrieb genommen worden.

Die schon seit sehr langer Zeit dauernden Bauarbeiten am Atomkraftwerk, das immer wieder im Zusammenhang mit dem iranischen Atomprogramm erwähnt wird, gehen unter schwierigen außenpolitischen Umständen zu Ende.

Das iranische Militär hat am Sonntag eine neue Drohne vorgestellt, die mit Bomben bestückt werden kann. Nach Angaben der Agentur ILNA ist der unbemannte Bomber »Karrar« mit vier Strahltriebwerken ausgestattet.

Die vier Meter lange Maschine sei gänzlich von iranischen Spezialisten gebaut worden und könne verschiedene Bombentypen mit »hoher Geschwindigkeit über weite Strecken« transportieren, so ILNA ohne nähere Details.

Russland und der Iran wollen das am Samstag eingeweihte Atomkraftwerk in Bushehr zunächst halbe-halbe betreiben. Moskau sichert Teheran Kernbrennstoff-Lieferungen zu und beteuert, dass kein militärischer Missbrauch möglich sei.