Januar 2004


Eigentlich sollte Teherans Stadtbild in diesen Tagen von Demonstration geprägt sein. Doch Massenproteste bleiben bisher aus, obwohl der Machtkampf zwischen Reformern und Konservativen im 25. Jahr der Islamischen Republik einem neuen Höhepunkt zustrebt. Vielleicht ändert sich das Bild mit dem 11. Februar, dem Revolutionstag. Doch sollte es da zu Aufmärschen kommen, werden die inszeniert und auf keinen Fall mit den Millionen vergleichbar sein, die vor einem Vierteljahrhundert das despotische Schah-Regime in die Knie zwangen.

Bei Gott, auf die Araber kann man sich nicht verlassen. Z. B. dieser Gaddafi. Jahrzehntelang benahm er sich wie ein Clown. Alle Welt lachte ihn aus ( außer wenn er ein französisches Flugzeug in Nigeria oder eine Pan Am über Lockerbie abstürzen ließ. Sein Libyen war ein „Schurkenstaat“, ein internationaler Paria-Staat. Er produzierte Massenvernichtungswaffen. Die Amerikaner hassten ihn, und hin und wieder bombardierten sie ihn auch, wobei sogar seine Tochter getötet wurde. Auf den guten, alten Gaddafi konnte man sich verlassen. Er hat uns mit einem Alibi versehen, um alle möglichen Arten von interessanten Waffen herzustellen. Jeder versteht, wenn man von solchen Leuten umgeben ist, dass Israel Waffen des Jüngsten Tages braucht, und dass es unnötig ist, über Frieden zu reden.