September 2004


Im Streit um das Atomprogramm des Iran hat am 18. September die Internationale Atomenergiebehörde in Wien (IAEA) Teheran aufgefordert, als »freiwillige vertrauensbildende Maßnahme« alle Entwicklungsarbeiten an der Urananreicherung einzustellen. Bei diesem Vorgang kann, je nach dem Grad der Anreicherung, neben Brennstoff für zivile Atomkraftwerke auch Material für Atomwaffen produziert werden. Der Atomwaffensperrvertrag erlaubt die Urananreicherung, sofern sie – wie im Iran – unter Aufsicht der IAEA stattfindet. Iranische Politiker haben daher erklärt, daß es für den IAEA-Beschluß vom 18. November keine legale Grundlage gibt und Iran sich das Recht zur Urananreicherung weiterhin vorbehält. Damit rückt erneut die mehrfach angedrohte Option eines israelischen und/oder amerikanischen »Präventivschlags« gegen die iranischen Atomanlagen in den Bereich der Möglichkeiten.

Nach einer ungewöhnlich langen und schwierigen Sitzung hat der 35köpfige Vorstand der internationalen Atomenergieagentur (IAEA) in Wien am Sonnabend eine neue Resolution zum Streit um das iranische Atomprogramm verabschiedet. Teheran wird darin aufgefordert, als »vertrauensbildende Maßnahme« und »freiwillig« seine Entwicklungsarbeiten an der Urananreicherung und alle damit in Zusammenhang stehenden Tätigkeiten zu unterbrechen. Auf der nächsten IAEA-Vorstandssitzung am 25. November soll dann entschieden werden, »ob weitere Schritte angemessen sind oder nicht«.

Die USA und noch mehr Israel sind überzeugt, dass Iran den Bau von Atombomben plant. »Wenn es uns nicht gelingt, Iran rechtzeitig zu stoppen, könnte das einen nuklearen Dominoeffekt in der gesamten Region auslösen«, sagte Israels Militärgeheimdienstchef Aharon Seevi. Laut israelischer Presse liegen bereits Pläne zur Bombardierung iranischer Nuklearanlagen vor.

»Wir weisen alle Anschuldigungen über irgendwelche Nukleartests in Parchin entschiedenst zurück.«
Hossein Mousavian, Vertreter des Irans bei der IAEA

Ein bekannter internationaler Experte sagte am Mitwoch, neue Satellitenbilder zeigten, dass der Militaerkomplex Parchin im Suedosten von Teheran ein Ort der Erforschung, Testung und Produktion von Kernwaffen sein könnte. (Reuters)

Atefeh Rajabi scheint ein ziemlich normales 16-jähriges Mädchen gewesen zu sein: launisch, ungehorsam und begierig danach Sex zu haben. In London führen solche Eigenschaften zu Vorträge von Eltern und Lehrern über die Wichtigkeit verantwortungsvoll zu handeln und nicht beleidigend zu sein. In der Großstadt Neka im Iran, aus der Atefeh Rajabi kommt, lassen sie dich vor ein Gericht schleppen.