Oktober 2004


Bis zur nächsten Session der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) am 25. November soll Iran alle Zweifel am friedlichen Charakter seines Atomprogramms ausräumen – durch den Verzicht auf Urananreicherung und den Bau von Zentrifugen. Kommt das Land diesen Forderungen der im September verabschiedeten IAEA-Resolution nicht nach, werden die USA versuchen, sich mit ihrer Gangart durchzusetzen: Aufbau eine Drohkulisse nach Kosovo- und Irak-Muster, erst eine harte UN-Resolution und dann – mit oder ohne UN – Einsatz von Gewalt.

Schon im Vorfeld des Irak-Krieges hatten die neokonservativer Hardliner die weitere Marschroute des globalen USFeldzugs festgelegt: “Feiglinge gehen nach Bagdad,” war aus diesen Kreisen zu vernehmen, “echte Männer gehen nach Teheran.”1 Nachdem ihre Propaganda maßgeblich dazu beitrug, dass die USA ohne jeglichen Grund weit über 10.000 Zivilisten im Zuge des Angriffskrieges gegen den Irak töteten, setzen sie nun alles daran, die US-Regierung zu einem härteren Vorgehen gegen den Iran zu drängen. Sie werfen dem Land die Unterstützung des internationalen Terrorismus, sowie die Verletzung der Menschenrechte vor, insbesondere aber, dass das Land versuche an Atomwaffen zu gelangen. Da dies unter allen Umständen verhindert werden soll, wird immer wieder die Möglichkeit diskutiert, iranische Nuklearanlagen mittels gezielter Präventivschläge außer Funktion zu setzen.