April 2005


0. Einleitung

„USA gegen Iran: Der nächste Krieg?“ titelte „Der Spiegel“ (24.1.05) und druckte in deutscher Übersetzung jenen Artikel des US-Journalisten Seymour Hersh aus „The New Yorker“ ab, der mit seinen Enthüllungen über Planungen zu einem USMilitärschlag wie kaum ein anderer einzelner Beitrag zu diplomatischem Aufsehen weltweit geführt hat.

Irans Atomprogramm beschäftigt zur Zeit die Außen- und Militärpolitiker von Teheran bis Tel Aviv, von Washington bis Berlin, Paris und London: Wie und mit welchen Mitteln kann der Bau iranischer Nuklearwaffen verhindert werden? André Bank über die längerfristigen Interessen und Strategien der wichtigsten am Atomkonflikt beteiligten Akteure: Irans pragmatische Konservative, die zweite Bush-Administration und die drei EUStaaten Deutschland, Frankreich und Großbritannien, die seit 2003 als »Vermittler« auftreten.

Im Folgenden dokumentieren wir einen bei ZNet erschienenen Beitrag des früheren UN-Waffenispekteurs Scott Ritter über die von ihm befürchteten Kriegsvorbereitungen gegen den Iran.

Ende letzten Jahres, kurz nach der Präsidentschaftswahl in den USA, nahm eine der Bush-Regierung nahestehende Person Kontakt zu mir auf. Es ging um die Situation im Irak. Innerhalb der Bush-Administration, so die Quelle, mache sich wachsende Besorgnis breit über die Art, wie sich die Besatzung entwickle. Es sei der Regierung Bush sehr daran gelegen, im Irak vor Juni 2005 den Anschein von Stabilität zu erwecken. Warum gerade Juni 2005, fragte ich.