Der in wenigen Tagen aus dem Amt scheidende iranische Präsident Sayed Mohammed Khatami hat am Mittwoch angekündigt, daß die Vorarbeiten zur Urananreicherung in Isfahan wieder aufgenommen werden sollen, falls die Verhandlungen mit dem EU-Trio Großbritannien, Deutschland und Frankreich weiterhin erfolglos verlaufen. Einen Zeitpunkt hierfür nannte er jedoch nicht. Iran hatte im November vergangenen Jahres als Zeichen guten Willens sämtliche Arbeiten in Isfahan und Natanz für die Dauer der Gespräche mit dem EU-Trio unterbrochen. Die iranische Regierung hat allerdings nie einen Zweifel daran gelassen, daß sie die Arbeiten wieder aufnehmen wird, falls die Europäer nur auf Zeitgewinn aus sind, ohne konstruktive Vorschläge vorzulegen.
Juli 2005
Fr
29 Jul
2005
Europäer spielen weiter auf Zeit
Autor: Knut MellenthinQuelle: Junge Welt
Kategorie Atomwaffen , BR Deutschland , EU , Frankreich , Großbritannien , Iran , Nuklearprogramm , UN/UN-Sicherheitsrat , Urananreicherung , USA
Fr
15 Jul
2005
Erinnerung an unsere Foltervergangenheit im Iran
Autor: Dan KovalikÜbersetzt von: Andrea Noll
Quelle: Zmag / Znet
Kategorie Iran , Menschenrechte , USA
Zur Zeit gibt es viel Händeringen über die Vergangenheit des neugewählten iranischen Präsidenten, vor allem über seine mögliche Rolle (als Jugendlicher) bei der Geiselnahme 1979. Damals mussten 52 Amerikaner 444 Tage in iranischer Geiselhaft ausharren. Sicher lohnt es sich, über diese Dinge nachzudenken. Allerdings wäre es meiner Ansicht nach – moralisch aber auch praktisch gesehen – sinnvoller, einmal unser kollektives Gewissen zu erforschen und über die Rolle nachzudenken, die die USA so viele Jahre im Iran gespielt haben, vor allem über jene drei Jahrzehnte vor der Iranischen Revolution 1979 – im Prinzip waren es diese Jahre, die die Revolution heraufbeschworen. Die Gefühle, die die Iraner gegenüber Amerika hegen, haben viel mit unserer gemeinsamen Vergangenheit zu tun – das ist es, was wir meiner Ansicht nach aus der Geschichte lernen können, und wir sollten auch daraus lernen, warum Amerika viel maßvoller und sachter mit dem Iran (dem Mittleren Osten allgemein) umgehen sollte, es gibt Grund genug.
Do
14 Jul
2005
Die Ölspur von Bush zu Sharon
Autor: Conn HallinanÜbersetzt von: Thomas Immanuel Steinberg
Quelle: Zmag
Kategorie Iran , Israel , Öl , USA , Vereinigte Arab. Emirate
Auf den ersten Blick ergibt George Bushs Rückendeckung für Ariel Sharons Landnahme in den besetzten Gebieten wenig Sinn. Der Plan, den Gaza-Streifen aufzugeben und zugleich den größten Teil der Westbank auf Dauer zu annektieren, ist fast einhellig verurteilt worden.
Er hat Wut in der arabischen Welt ausgelöst, in der, dem ägyptischen Präsidenten und US-Verbündeten Honsi Mubarak zufolge, “ein nie da gewesener Hass auf die Amerikaner besteht.”