Dezember 2005


Vom 2.-12. Dezember 2005 besuchte eine 16-köpfige Friedensdelegation des Internationalen Versöhnungsbundes u.a. die jüdische Gemeinde in Teheran, sprach mit dem jüdischen Vertreter im iranischen Parlament, hatte Begegnungen mit Studierenden der Hochschule für Journalistik in Teheran, traf sich mit dem Erzbischof der armenischen Kirche in Esfahan und diskutierte mit der Frauen-Gesellschaft gegen Umweltverschmutzung in Teheran.

Bei den Verhandlungen über das iranische Atomprogramm – bei dem die Gefahr besteht, dass es zur Entwicklung einer Atombombe führt -, spielt Großbritannien eine führende Rolle. Gut möglich, dass das Land versuchen wird, die Sache vor den UN-Sicherheitsrat zu bringen.

Der Iran-Atomkonflikt wird in der öffentlichen Debatte überwiegend darauf zurückgeführt, dass das iranische Atomprogramm nicht nur energiepolitische Ziele, sondern auch militärische Ziele verfolgt und dass die „internationale Gemeinschaft“ aus Sorge um die Nicht-Weiterverbreitung von Atomwaffen Iran zu einer Änderung seiner Atompolitik bewegen will. In der Logik dieser Konfliktbeschreibung liegen auch Schlussfolgerungen, die einen Gewalteinsatz als Mittel zur Konfliktlösung legitimieren: „Sollte Teheran nicht zu mehr Flexibilität bereit sein“, so Oliver Thränert von der Stiftung Wissenschaft und Politik „dürfte es kaum eine andere Möglichkeit geben, als zu versuchen, durch Beschlussfassung des UN-Sicherheitsrates Iran auch mit nicht-kooperativen Mitteln von seinen allem Anschein nach bestehenden Absichten, sich eine Atomwaffenoption zu verschaffen, abzubringen.“

EINE DEUTSCHE Ballade von Adalbert von Chamisso erzählt von der Tochter eines Riesen. Sie fand einen pflügenden Bauern auf dem Feld und brachte ihn entzückt in ihrem Taschentuch mit nach Hause, um ihn ihrem Vater zu zeigen. Der aber antwortete ernst: Der Bauer ist kein Spielzeug er veranlasste sie, ihn vorsichtig dorthin zurückzutragen, wo sie ihn gefunden hatte.