April 2006


Jafar D. Jafar (64) war Leiter des irakischen Atomprogramms, das entgegen der Behauptungen der US-Administration, die 2003 zur Invasion in den Irak führten, 1991 eingestellt wurde. Jafar lebt heute als Geschäftsmann in Dubai.

Das Gespräch führte Karin Leukefeld in Doha (Katar), wo Jafar D. Jafar an einer Konferenz von im Ausland lebenden Arabischen Wissenschaftlern teilnahm.

Einleitung

“Krieg gegen Iran?”, so lautete der Titel einer AGDF-Studie (www.friedensdienst.de), die ich im Frühjahr 2005 verfasst habe. Der nachfolgende Beitrag versteht sich als Aktualisierung und Ergänzung dieser Studie.

Seit dem Frühjahr 2005 hat sich durch eine Reihe von Faktoren die Situation im Nahen und Mittleren Osten dramatisch verschärft, was auch erhebliche Rückwirkungen auf den Iran-Konflikt hat. Einigen dieser Faktoren, wie z.B. der Bedeutung religiöser Motive oder der Rolle der Medien, kann aus Platzgründen leider nicht nachgegangen werden.

Angesichts des 20. Jahrestages der Katastrophe von Tschernobyl, folgende Erklärung:

Am 20. Jahrestages der Tschernobylkatastrophe kann die einzige Option für die Europäische Union genauso wie für die Energieversorgung weltweit nur sein: Statt Uran und fossilen Energiequellen muss der effiziente und dezentrale Einsatz von regenerativen Energieträgern gefördert werden. Notwendig ist endlich der sofortige Ausstieg aus der Atomenergie. Eine Renaissance atomaren Energieerzeugung darf es nicht geben.

Januar 2006 – Irans Reformer, vor allem der einstige Präsident Ali Akbar Rafsandschani, führen Gespräche mit der gesamten religiösen Führung, um Revolutionsführer Khamenei und Präsident Ahmadinedschad für einen Kompromiss zu gewinnen.

George Bush, Dick Cheney und Donald Rumsfeld sind ihrem Ziel ein weiteres Stück näher gekommen. Condoleezza Rice hat den UN-Sicherheitsrat aufgefordert, die iranische Atompolitik zur Bedrohung für den Weltfrieden zu erklären und Teheran nach Kapitel VII der UN-Charta den Einsatz “aller notwendigen Mittel” anzudrohen. Präsident Mahmud Ahmadinedschad teilte im Gegenzug mit, Iran sei eine Atommacht, und reagierte damit genau so, wie es die US-Regierung nach ihrer harschen Ablehnung des russischen Kompromissvorschlages am 7. März erwartet hatte. Beide Seiten denken und handeln nach der Logik von Drohung und Gegendrohung. Bush will den Krieg – und Ahmadinedschad scheut ihn nicht.

CHICAGO – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die unwesentlich gekürzte Rede von US-Außenministerin Condoleezza Rice vor dem Chicago Council on Foreign Relations vom 19. April 2006.

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