Oktober 2006


AUF DER Höhe der heroischen Schlacht um England, 1940, als britische Piloten in erschreckender Anzahl getötet wurden („niemals verdankten so viele so wenigen so viel“) hatte ein Propaganda-beauftragter eine glänzende Idee, um die Moral zu heben. An den Mauern der königlichen Luftwaffenbasen erschien ein Poster mit folgenden Worten: „Wer fürchtet sich vor der Ju-87?“ (Es war damals eines der wirksamsten deutschen Kampfflugzeuge). Ein anonymer Pilot kritzelte mit einem Bleistift unter den Slogan: „Unterzeichnet hier!“ Innerhalb weniger Stunden hatten alle Piloten der Basis unterschrieben. Wenn heute jemand ein Poster mit dem Slogan „Wer fürchtet sich vor der iranischen Atombombe?“ aufhängen würde, dann würden wahrscheinlich alle Bewohner Israels und viele andere dies unterschreiben.

Teil 1

Im Januar 1978 weilte US-Präsident James Carter als Staatsgast in Teheran. Wie es die Sitte verlangt, widmete er seinem Gastgeber einen vollmundigen Trinkspruch: »Aufgrund der Größe des Schah ist Iran eine Insel der Stabilität im Mittleren Osten.«

Israelische Politiker sind zuversichtlich, daß sie den koreanischen Atomtest für ihre Kampagne gegen Iran ausschlachten können. Tel Avivs Botschafter bei den Vereinten Nationen, Dan Gillerman, sagte am Dienstag im israelischen Fernsehen: »Ich habe das Gefühl, daß dieser Test und das internationale Meinungsklima uns zur Hoffnung berechtigen, daß wir auch gegenüber Iran mit entschiedeneren Aktivitäten des Sicherheitsrats rechnen können… Die Welt versteht weitgehend, was jetzt in Nordkorea passiert. Was Iran zu tun im Begriff ist, könnte noch weitaus schlimmer, sehr viel furchterregender und sehr viel gefährlicher sein.«

Trotz der laufenden Verhandlungen zwischen Iran und EU-Vertretern sowie milder Worte des USA-Präsidenten gibt es Anzeichen dafür, dass die Bush-Regierung vor den Wahlen am 7. November einen Angriff auf Iran plant.