November 2006


Insider im Regierungsapparat der USA rechnen mit einem Angriff auf den Iran noch während der Amtszeit von Präsident George W. Bush, die Ende 2008 abläuft. Das berichtet der bekannte US-amerikanische Journalist Seymour M. Hersh in der neuen Ausgabe des Magazins The New Yorker. Hersh wurde zuletzt im Mai 2004 weltweit bekannt durch seine Enthüllungen über die Folterpraktiken der USA im irakischen Gefängnis Abu Ghraib. Bereits 1969 hatte er mit der Aufdeckung des Massakers im vietnamesischen Dorf My Lai (Son My) und mit Artikeln über die chemische Kriegführung der USA Aufsehen erregt.

Im Vorfeld der Wahlen in den USA hat Präsident Bush lautstarke Kriegsdrohungen gegen Iran unterlassen. Doch es sickerten Informationen aus Militär- und Geheimdienstkreisen durch, dass das Pentagon weiter an Angriffsplänen arbeitet. Ob der Rücktritt von Verteidigungsminister Rumsfeld daran etwas ändert, bleibt abzuwarten.

Bereits zum dritten Mal in diesem Jahr hat der Chef des Obersten Sicherheitsrates Irans, Ali Laridschani, in Moskau verhandelt.

Moskaus Vorschlag zur Errichtung eines gemeinsamen Betriebes zur Urananreicherung auf russischem Gebiet sei nach wie vor aktuell, sagte Ali Laridschani gestern bei seinem Besuch in Moskau. Gleichzeitig drohte er mit Konsequenzen für die weitere Zusammenarbeit Teherans mit der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, sollte der UN-Sicherheitsrat an der gegenwärtigen Form seines Resolutionsentwurfs zum iranischen Kernforschungsprogramm festhalten. Moskaus Korrekturvorschläge, so Laridschani, müssten unbedingt berücksichtigt werden.

MOSKAU, 11. November. Die Sekretäre der Nationalen Sicherheitsräte von Russland und Iran, Igor Iwanow und Ali Laridschani, setzen ihre am Freitag (10. Nov.) begonnen Gespräche über den Konflikt um das iranische Atomprogramm fort. Am Freitag hat Laridschani erklärt, in der iranischen Verteidigungsdoktrin gebe es keinen Platz für Atomwaffen.

Es wird erwartet, dass Präsident Putin am Samstag (11. Nov.) Laridschani empfängt.