Januar 2007


Im Folgenden dokumentieren wir die Rede des Ministerpräsidenten Ehud Olmert bei der traditionellen Herzliya Konferenz am 24. Januar 2007 in einer deutschen Übersetzung, die von der israelischen Botschaft in Berlin versandt wurde.

Ministerpräsident Ehud Olmert:

Verehrte Gäste,

Kann es passieren, dass sich die neue Irak-Strategie von US-Präsident Bush nicht als taktischer Trick im Vorfeld der Wahlen entpuppen wird, sondern eben als eine gezielte Operation zur Rettung der Situation im Nahen Osten? Und dass die Entsendung der Verstärkungstruppen nach Irak kein Schlüsselelement dieser Strategie ist? Denn die 21.500 Soldaten, die dorthin geschickt werden, sind keine bedeutende Verstärkung für die dort bereits stationierten 132.000 Mann.

TEHERAN, 15. Januar (RIA Novosti). Ungeachtet der UN-Resolution setzt der Iran die 3 000 Zentrifugen für Urananreicherung weiter in Betrieb.

Washington, 2. Januar 2007 (IPS). Adressat von George W. Bushs Irakrede am Mittwochabend war weniger der Irak als vielmehr dessen östlicher Nachbar, der Iran. Über die neue Strategie der USA im Irak hatte Bush in seiner Rede wenig zu sagen, dafür umso mehr zum Thema Iran. Was der US-Präsident hier entwickelte, war ein Plan mit dem offensichtlichen Ziel, den Iran in einen Krieg mit den USA hineinzutreiben.

Atomschlag gegen den Iran? Die britische Sunday Times, das Blatt eines neokonservativen Verlages, überraschte am 7. Januar 2007 die Welt erneut mit der Horrormeldung, Israels Militär plane, iranische Atomanlagen in Natanz, Isfahan und Arak mit Kernsprengköpfen von der 15-fachen Wirkung der Hiroshima-Bombe zu zerstören. Schon einmal, im März 2005, hatte dieselbe Zeitung davon gesprochen, dass die israelische Regierung Atomschläge gegen den Iran vorbereite. Trotz offizieller Dementis aus Jerusalem darf die Meldung vom 7. Januar nicht als dramatisierendes Geplänkel abgetan werden. Im Gegenteil, sie ist nicht nur deshalb äußerst beunruhigend, weil erstmals von Übungsflügen der Israelis für einen speziellen Einsatz im Iran die Rede ist, sondern wir zugleich erleben, wie die psychologische Einstimmung auf einen Militärschlag auf Hochtouren läuft und dank des UN-Sanktionsbeschlusses am 26. Dezember 2006 gegen den Iran erstmals ein UN-gestützter Eskalationsfahrplan möglich ist.

Das Geschehen um den Iran kann mit gutem Recht zu den zehn wichtigsten Ereignissen des Jahres gezählt werden. Präsident Mahmud Ahmadinedschad sorgte allen voran für reichlich Konfliktstoff: vom iranischen Nukleardossier über Holocaust-Konferenz bis zur israelfeindlichen Rhetorik.

Kurz gesagt, machte Iran von sich als von einer neuen regionalen Supermacht, einem Schlüsselspieler im Nahen Osten reden.

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