Nicht im Geringsten besorge ihn die Situation seines Landes nach den neuerlichen UN-Sanktionen, erklärt Mahmud Ahmadinedschad im staatlichen Fernsehen und kassiert dafür prompt einen Dämpfer. Als einer der mächtigsten iranischen Politiker und erklärter Gegner des Präsidenten gab Hashemi Rafsandschani mehrfach öffentlich zu verstehen, die Bedrohung der Islamischen Republik sei durchaus real – man solle sich keiner Täuschung hingeben. Die konservative Tageszeitung Jomhuriye Eslami – sie gilt als Sprachrohr von Revolutionsführer Khamenei – empfiehlt Ahmadinedschad unverblümt, Äußerungen zum Atomprogramm künftig “den zuständigen Verantwortlichen zu überlassen”. Und aus der Opposition im Parlament ist zu hören, wenn der Staatschef den Westen so hingebungsvoll provoziere, schwäche das die eigene Verhandlungsposition. Die markigen Statements über Fortschritte des Nuklearprogramms hätten den Spielraum von Chefunterhändler Larijani unnötig beschnitten. Der Parlamentarier Khoshchehre, ein ehemaliger Berater Ahmadinedschads, glaubt, dass die iranische Bevölkerung dank “unreifer und abenteuerlicher Äußerungen” des Präsidenten akuten Gefahren ausgesetzt sei.