September 2007


Heute wütet ein ideologischer Kampf zwischen beiden Ländern – doch wird er hauptsächlich auf rhetorischer und demagogischer Ebene ausgefochten. Ich wage zu behaupten, dass Ahmadinejad der israelisch-palästinensische Konflikt völlig gleichgültig ist; er benützt ihn, um sich Freunde in der arabischen Welt zu machen. Wenn ich ein Palästinenser wäre, würde ich mich nicht auf ihn verlassen. Früher oder später wird die Geographie das Sagen haben, und die israelisch-iranischen Beziehungen werden zu dem, was sie waren – hoffentlich auf einer weit positiveren Grundlage.

Am Sonntag rief der französische Außenminister Bernard Kouchner im Fernsehen die Welt dazu auf, sich im Streit um das iranische Atomprogramm »auf das Schlimmste vorzubereiten«. Und das Schlimmste sei, so der Minister, ein Krieg. Am Montag versuchte Kouchner gegenüber der Tageszeitung Le Monde abzuschwächen: »Ich will nicht, daß man sagt, ich sei ein Kriegstreiber. Meine Botschaft war eine Botschaft des Friedens, des Ernstes und der Entschlossenheit.« Dieser Interpretation schloß sich die Bundesregierung an: Kouchners Äußerung sei keine Kriegsdrohung, sondern sie zeige lediglich, »wie ernst unsere Freunde die Lage einschätzen«, sagte ein Sprecher des deutschen Außenministeriums.

Die Generalversammlung der Internationalen Atomenergienehörde (IAEA) tagt seit Montag in Wien. Ihr wichtigstes Thema dürfte wieder einmal der Atomkonflikt mit Iran sein. Für den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad ist die Akte seines Landes bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien geschlossen, nachdem sich Iran mit IAEA-Chef Mohamed el Baradei im August auf einen Zeitplan zur Offenlegung der Atom-Aktivitäten des Landes geeinigt hat. El Baradei selbst spricht mittlerweile allerdings viel vorsichtiger von der Vereinbarung, die er als großen Durchbruch gefeiert hatte.

WIEN, 17. September (RIA Novosti). Der Chef der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), Mohamed el-Baradei, hat vor einem Militäreinsatz gegen Iran gewarnt. „Wir dürfen keine Gewalt anwenden, nachdem wir bereits Lehren aus dem Irak-Krieg gezogen haben“, sagte el-Baradei am Montag in Wien.

In den zurückliegenden drei Wochen haben die USA bereits zweimal Bombendrohungen gegen Iran geäußert.

Zunächst hat Präsident George Bush Ende August in seiner Rede vor Mitgliedern der Veteranenorganisation „Amerikanische Legion“ erklärt, dass die Entwicklung von Kernwaffen durch Iran die Gefahr eines „Nuklear-Holocausts“ für die Nahostregion in sich berge. Diese Bedrohung sei kein lokales, sondern ein globales Problem, und die USA würden, soweit es noch nicht zu spät sei, versuchen, diese Gefahr abzuwenden. Die Bereitschaft der USA, eine Militäroperation gegen Iran zu unternehmen, hat der US-Präsident bisher noch nicht in einer derart direkten Form bekundet.

Mit scharfen Worten hat Iran auf eine Rede von USA-Präsident George W. Bush reagiert, in der dieser vor einem »nuklearen Holocaust« in der Region gewarnt hat, sollte Iran sein Atomprogramm fortsetzen können.