April 2008


Die Verhandlungen zum Bau einer 2775 Kilometer langen Erdgaspipeline aus dem Iran über Pakistan nach Indien stehen vor dem Abschluß. Im Vorfeld der Stippvisite des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad in Neu-Delhi verdichteten sich am Dienstag die Hinweise darauf, daß auch Indien entschlossen ist, die seit 1994 mit Unterbrechung geführten Verhandlungen über das Projekt entscheidend voranzutreiben. Zuvor hatten sich Ahmadinedschad und sein pakistanischer Amtskollege Pervez Musharraf am Montag bei einem Treffen in Islamabad grundsätzlich auf den Bau der rund 7,5 Milliarden Dollar teuren Pipeline geeinigt. Ein formaler Vertrag soll »in naher Zukunft« unterzeichnet werden, bestätigte der pakistanische Außenminister Shah Mahmood Qureshi.

Iran hat damit begonnen, in seiner Urananreicherungsanlage Natanz 6000 weitere Gas-Zentrifugen zu installieren. Das gab Präsident Mahmud Ahmadinedschad am Dienstag während eines Besuchs in Natanz bekannt. Anlaß war der zweite Jahrestag des Produktionsbeginns von niedrig angereichertem Uran, das als Brennstoff in Atomkraftwerken dient. Ein von einem russischen Unternehmen gebautes AKW in Buschehr steht kurz vor der Inbetriebnahme. Außerdem hat Iran ohne ausländische Unterstützung mit dem Bau eines Atomkraftwerks bei Darkhoveyn im Südosten des Landes begonnen.

Die Position Russlands zur Lösung des Atomproblems Irans ist nach dem Gipfel des Rates Russland-Nato in Bukarest unverändert geblieben. Das sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Seyed Mohammed Ali Hosseini, am Montag (7. April) vor der Presse.

“Uns sind keine Änderungen in der Haltung der russischen Seite nach der Tagung in Bukarest aufgefallen”, sagte der iranische Diplomat. Auf dem Nato-Gipfel betonte Russland nach wie vor die Notwendigkeit, die mit dem iranischen Atomprogramm zusammenhängenden Fragen auf diplomatischem Wege zu regeln.