November 2008


Medienberichten zufolge plant der nächste US-Präsident eine »neue Herangehensweise« in Afghanistan und Pakistan. Mit der Realität am Hindukusch hat das wenig zu tun

MOSKAU, 10. November (Pjotr Gontscharow, RIA Novosti). Eines der ersten Probleme, mit denen der 44. US-Präsident Barack Obama konfrontiert wird, ist Iran.

Dieses Problem ist um so wichtiger, weil ohne seine Lösung Obama sein Wahlversprechen, Truppen aus dem Irak binnen einem Jahr abzuziehen, nicht erfüllen kann. Auch der arabisch-israelische Konflikt ist in vieler Hinsicht an Iran geknüpft. Denn der Mullah-Staat stärkt den radikal-islamischen Bewegungen Hamas und Hisbollah, die Hauptopponenten Israels im Konflikt sind, − unter anderem auch mit Waffenlieferungen − den Rücken.

Im Namen Gottes, des Gnädigen und Barmherzigen. Herr Obama,
gewählter Präsident der Vereinigten Staaten.

Ich gratuliere Ihnen zum Gewinn der Wahl. Wie Sie wissen gehen die Chancen, die Gott seinen Geschöpfen gibt, schnell vorbei. Sie können für die Vervollkommnung der Menschheit und zum Wohl der Nationen genutzt werden oder, Gott behüte, zum Schaden der Nationen.

MOSKAU, 07. November (RIA Novosti). Der ehemalige US-Vizeaußenminister John Bolton sieht keine diplomatischen Lösungen des Iran-Problems und schließt eine Gewaltaktion nicht aus. Über die Zukunft des US-Raketenschildes unter Barack Obama zeigt er sich bekümmert.

Die Regierung in Washington könne das Iran-Problem ohne Russlands Mitwirkung lösen, sagte Bolton am Freitag in einem von RIA Novosti mit organisierten Interview für den russischen Radiosender “Echo Moskwy”.

Monatelang war in den USA das Thema Iran in den Hintergrund gestellt worden. Aggressive Pläne gegenüber dem mittelöstlichen Land bis hin zu einem heißen Krieg sind aber keinesfalls ad acta gelegt worden, wie kürzlich auch der »Washington Post« zu entnehmen war. Sie sind sogar sehr konkret.

Der teuerste Wahlkampf aller Zeiten ist entschieden. Barack Obama wird 44. Präsident der USA und behauptet, mit ihm komme der Wechsel. Was immer nun jede einzelne seiner Wählerinnen, jeder einzelne seiner Wähler sich im persönlichen Bereich und in der größeren Politik darunter vorstellen mag. Je mehr ein Politiker sich im Wahlkampf darauf einlässt, das Zauberwort “Change” zu konkretisieren, um so schlechter für seine Chancen. Denn sobald es konkret wird, stimmen die Interessen und Zukunftserwartungen von über 60 Millionen Menschen – in diesem Bereich liegt die Zahl von Obamas Wählern – nur noch sehr wenig überein. Es stimmen vor allem die Erwartungen der Mehrheit der Wähler an ihren neuen Präsidenten fast überhaupt nicht überein mit den Interessen derjenigen, die ihn aufgebaut haben, die ihn im Laufe des Wahlkampfs immer eindeutiger förderten und die auch künftig die Innen-, Außen-, Wirtschafts- und Finanzpolitik der USA bestimmen werden, so wie sie es gegenwärtig tun und in der Vergangenheit getan haben.

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