Jemen


MOSKAU, 21. Januar (Wladimir Jewsejew für RIA Novosti). Ein Vorfall vom 19. Januar zeugt von einer gewissen Kältestarre in den Beziehungen zwischen Russland und Iran.

An jenem Tag haben die iranischen Behörden einem russischen Transportflugzeug den Flug über das Land verboten. Dabei betonten sie, dass Russland es versäumt hatte, rechtzeitig einen Antrag zu stellen. Der Transporter flog ein Su-27-SKM-Jagdflugzeug zur Luft- und Raumfahrtmesse Bahrain International Airshow 2010. Das Verbot der iranischen Behörde hat die Präsentation der modernisierten Exportversion des Jagdflugzeugs auf der Messe platzen lassen können.

Seit Weihnachten ist die Republik Jemen ganz plötzlich »in den Fokus der Weltpolitik gerückt«. So jedenfalls die Sprachregelung der Mainstreammedien. Äußerer Anlaß war ein Vorfall in einem Verkehrsflugzeug, das sich am 25. Dezember auf dem Weg nach Detroit (USA) befand. Ob der angeblich knapp verhinderte Anschlag eines jungen Nigerianers eine geheimdienstliche Inszenierung oder das Produkt von amateurhaftem Dilettantismus war, wird wahrscheinlich nie geklärt werden. Sofern die seltsame Aktion wirklich, wie behauptet, die derzeitigen Kapazitäten und Optionen von Al-Qaida widerspiegeln sollte, der immerhin eine organisatorische Großtat wie der 11. September zugeschrieben wird, käme dies einer Bankrotterklärung nahe. Aber um in den USA wieder einmal die Wogen der Hysterie und der Kriegsstimmung hochschlagen zu lassen, reichte der Zwischenfall offenbar aus.

MOSKAU, 11. Januar (Andrej Fedjaschin, RIA Novosti). Die USA planen bislang keine Invasion nach Jemen, auch nicht nach Somalia.

Das sagte US-Präsident Barack Obama der Zeitschrift »People« in einem Interview, das am heutigen Montag veröffentlicht wurde.

Der blutige Krieg in der Provinz Saada, im Nordwesten Jemens, scheint sich zu einem regionalen Schlagabtausch zwischen den konkurrierenden Großmächten Iran und Saudi Arabien zu entwickeln. Die Houthi Rebellen, die seit Beginn der blutigen Armeeoffensive »Verbrannte Erde« am 11. August den jemenitischen Truppen Widerstand leisten, haben Saudi Arabien jetzt erneut vorgeworfen, die jemenitische Armee militärisch zu unterstützen. Man habe den Streitkräften erlaubt, den Stützpunkt Jabal al-Dukhan zu besetzen, der jenseits der Grenze in Saudi Arabien liege, hieß es in einer Stellungnahme der Houthis, die bei der Nachrichtenagentur AFP einging. Von dort bombardiere die jemenitische Armee Stellungen der Rebellen nahe der Grenze. »Wir raten dem saudischen Regime, sich herauszuhalten und nicht die jemenitische Armee zu unterstützen, ansonsten sehen wir uns gezwungen, zurückzuschlagen« Die Einmischung Saudi Arabiens stelle eine »schamlose Aggression und gefährliche Einmischung« dar, so die Stellungnahme, die von der jemenitischen Regierung umgehend zurückgewiesen wurde. Das sei eine »reine Erfindung«, die die Rebellen ständig wiederholten, hieß es gegenüber der AFP. Auch die saudische Regierung in Riyad wies die Anschuldigung zurück.